mosaik-banner

 

Der Fluch der Vorahnung

Im Verlauf des Jahres 2001 steigerte sich die Informationsdichte zur Bedrohungslage dramatisch:
In the spring of 2001, the level of reporting on terrorist threats and planned attacks increased dramatically to its highest level since the millennium alert.
[...]
In May 2001, the drumbeat of reporting grew louder with reports to top officials that "Bin Ladin public profile may presage attack" and "Bin Ladin network's plans advancing."
[...]
A terrorist threat advisory distributed in late June indicated a high probability of near-term "spectacular" terrorist attacks resulting in numerous casualties. Other reports' titles warned, "Bin Ladin Attacks May be Imminent" and "Bin Ladin and Associates Making Near-Term Threats." The latter reported multiple attacks planned over the coming days, including a "severe blow" against U.S. and Israeli "interests" during the next two weeks.
[...]
On June 25, Clarke warned Rice and Hadley that six separate intelligence reports showed al Qaeda personnel warning of a pending attack.
[...]
On June 28, Clarke wrote Rice that the pattern of al Qaeda activity indicating attack planning over the past six weeks "had reached a crescendo."
[...]
One al Qaeda intelligence report warned that something "very, very, very, very" big was about to happen, and most of Bin Ladin's network was reportedly anticipating the attack.
[...]
The headline of a June 30 briefing to top officials was stark: "Bin Ladin Planning High-Profile Attacks."
[...]
On July 5, representatives from the Immigration and Naturalization Service (INS), the FAA, the Coast Guard, the Secret Service, Customs, the CIA, and the FBI met with Clarke to discuss the current threat.
[...]
In mid-July, reporting started to indicate that Bin Ladin's plans had been delayed, maybe for as long as two months, but not abandoned. On July 23, the lead item for CSG discussion was still the al Qaeda threat, and it included mention of suspected terrorist travel to the United States.28
[...]
Tenet told us that in his world "the system was blinking red." By late July, Tenet said, it could not "get any worse."
[...]
On July 27, Clarke informed Rice and Hadley that the spike in intelligence about a near-term al Qaeda attack had stopped. He urged keeping readiness high during the August vacation period, warning that another report suggested an attack had just been postponed for a few months "but will still happen." (9-11 Commission Report)

Um es mit den Worten des Ex-CIA-Mitarbeiters Robert Baer zu formulieren, der gelegentlich von ‘Truthseekern’ als ‘Inside Job’-Zeuge angeführt wird (Details):
Und Osama Bin Laden verfügt über sämtliche notwendigen Verbindungen, um das womöglich gefährlichste Spontannetzwerk aller Zeiten zu etablieren. Sobald er sich in Afghanistan niedergelassen, seine Ausbildungslager eingerichtet und die Nachricht ausgesandt hatte, er sei bereit, jenseits des Atlantiks Gewalt zu säen, war es lediglich eine Frage der Zeit, bis er und seine Leute zuschlugen. Die Frage war immer nur gewesen, wie und wann, was und wo, niemals ob. (Der Niedergang der CIA, 2003, S. 398, Hervorhebungen von mir)

Wie und wann, was und wo!

Um diese Fragen drehte sich der komplette Apparat.

Es ist also nicht die Frage, ob Vorwissen vorlag. Die entscheidende Frage ist, was bekannt war - und was dagegen unternommen wurde!
 

Das Präsidenten-Briefing im August 2001

Am 08. April 2004 fand das Hearing von Condoleeza Rice vor der ‘9/11 Commission’ statt. Hierbei wurde auch auf ein sagenumwobenes Dokument eingegangen, dessen Existenz bereits am 16. Mai 2002 von Rice erwähnt wurde:
[...]
RICE: Once again, on the August 6th memorandum to the president, this was not threat-reporting about what was about to happen. This was an analytic piece that stood back and answered questions from the president. But as to the principals meetings...
ROEMER: It has six or seven things in it, Dr. Rice, including the Ressam case when he attacked the United States in the millennium.
RICE: Yes, these are his...
ROEMER: Has the FBI saying that they think that there are conditions.
RICE: No, it does not have the FBI saying that they think that there are conditions. It has the FBI saying that they observed some suspicious activity. That was checked out with the FBI.
ROEMER: That is equal to what might be...
RICE: No.
ROEMER: ... conditions for an attack.
RICE: Mr. Roemer, Mr. Roemer, threat reporting...
ROEMER: Would you say, Dr. Rice, that we should make that PDB a public document.
RICE: Mr. Roemer...
ROEMER: ... so we can have this conversation?
RICE: Mr. Roemer, threat reporting is: We believe that something is going to happen here and at this time, under these circumstances. This was not threat reporting.
[....]
ROEMER: I think we should make this document public, Dr. Rice. Would you support making the August 6th PDB public?
RICE: The August 6th PDB has been available to you. You are describing it. And the August 6th PDB was a response to questions asked by the president, not a warning document.
ROEMER: Why wouldn't it be made public then?
RICE: Now, as to -- I think you know the sensitivity of presidential decision memoranda. [....]

Es handelt sich um ein sogenanntes ‘President’s Daily Brief’ vom 06. August 2001 und trägt die Überschrift  “Bin Ladin Determined To Strike in US
 

pdb-0600801-1
pdb-0600801-2

Quelle

Zwei Tage nach dem Hearing wurde das Dokument auf Druck der Kommission und der Öffentlichkeit freigegeben. Ein nahezu einmaliger Vorgang, da die CIA-Briefings nie für die Öffentlichkeit gedacht waren:
[...] the presidential daily brief, which is a highly sensitized -- the most highly sensitized classified document in the government [...] (Ari Fleischer, 21 Mai 2002)

Zur Veröffentlichung gab es begleitende Erläuterungen von offizieller Seite:

White House Fact Sheet - The August 6, 2001 PDB, 10.April 2004

White House Briefing on Release of the August 6, 2001 President's Daily Brief Excerpt "Bin Ladin Determined to Strike in U.S.", 10.April 2004

Ausführliche Erläuterungen zum Hintergrund bieten das National Security Archive und SourceWatch

Das Dokument - das jahrelang die Fantasie diverser Theoretiker beflügelte - enthält folgende Informationen:

1. Seit 1998 gibt es Hinweise auf Bemühungen des OBL-Netzwerkes, auch in den USA zuzuschlagen.

2. Bereits am 04.12.1998 enthielt ein PDB  entsprechende Warnhinweise - an Präsident Clinton gerichtet: SUBJECT: Bin Ladin Preparing to Hijack US Aircraft and Other Attacks:
Reporting [—] suggests Bin Ladin and his allies are preparing for attacks in the US, including an aircraft hijacking to obtain the release of Shaykh ‘Umar ‘Abd al-Rahman, Ramzi Yousef, and Muhammad Sadiq ‘Awda.

3. Die 1998er-Warnungen konnten nicht verifiziert werden - und überdauerten die Clinton-Amtszeit. FBI-Erkenntnisse deuten weiterhin auf Aktivitäten zur Vorbereitung von Hijackings oder anderen Attacken.

4. Im Mai 2001 soll die US-Botschaft in den VAE einen Hinweis auf einen Bombenanschlag innerhalb der USA durch Bin Laden-Anhänger erhalten haben.
 

Fazit:

Das Dokument bildet den Schlusspunkt einer dreijährigen Warn-Phase. Es enthält diverse Hinweise, warnt jedoch nicht vor dem Anschlagsszenario des 11. Septembers.
Das Dokument stützt die sogenannte ‘OVT’ (‘offizielle Verschwörungstheorie’), lässt sich jedoch auch von LIHOP-Theoretikern verwenden. MIHOP-Theoretiker ignorieren das Dokument oder interpretieren es aus Prinzip um (siehe hierzu auch ‘Ahnungsloser Desinformanten-Dilettant’)

Die Zusammenfassung von Tim Weiner im Buch CIA - Die ganze Geschichte:
Die Warnung, die unter dieser Überschrift zu lesen war, bestand aus einem äußerst inhaltsarmen Bericht. Die aktuellste Information, die er enthielt, stammt von 1999. Es handelte sich um ein historisches Dokument, keinen aktuellen Tagesbericht. Der Präsident fuhr wieder in seine Ferien, schnitt Hecken in Crawford und schaltete für fünf Wochen ab. (S. 621)

 

Bush wusste alles - oder doch nicht?

Die Berichterstattung der sog. ‘Mainstream’-Medien und die daraus resultierende Wahrnehmung mancher Zeitgenossen erklärt einiges. Hierzu einige Schlagzeilen vom 10./11. April 2004

DIE WELT: Bush kannte Angriffspläne

TAGESSPIEGEL: Protokoll nährt Zweifel an der Aussage von Rice: Hat Bush schon im August 2001 von konkreter Gefahr gewusst?

STERN: Widersprüche - Bush doch vor dem 11.09. vor Terrorangriffen gewarnt?

SPIEGEL Online: Brisantes Dokument : Bush war im August 2001 vor Qaida-Anschlag gewarnt

Vergleicht man die Schlagzeilen mit dem Inhalt der jeweiligen Artikel und diese wiederum mit dem Inhalt des freigegebenen Dokumentes, erkennt man deutlicher das Konstrukt, das folgende Assoziationsketten provoziert:
 

Cartoon - Bush knew - SpinningBlame

Quelle

bush-knew911newyorkpost

Eine treffendere Schlagzeile findet z.B. DIE ZEIT: Was wusste George Bush?
Die abschliessende Passage dieses Artikels dürfte für ‘Verschwörungstheoretiker’ wie ein rotes Tuch wirken:
Spätestens zum Zeitpunkt des Anschlages muss die Regierung Bush die Signifikanz des Memos erkannt haben – und die potenziellen Probleme, die sich aus einer Veröffentlichung ergeben würden. Anstatt es gleich zu publizieren, wählte die Regierung einen risikoreichen Weg: Sie verweigerte sich der Öffentlichkeit. Sie wollte keine Schwäche zeigen. Sie wollte Angriffsflächen vermeiden – nur um später umso größere Angriffsflächen zu bieten. Heute erweist sich die Taktik als Fehler. Sich nach zwei Jahren dem Druck zu beugen und das Dokument doch noch zu veröffentlichen, offenbart die gegenwärtige Schwäche der Regierung. Ihr Ansehen bei der Bevölkerung verschlechtert sich mit jedem Versuch, Informationen für sich zu behalten. Die widerwillige Freigabe von wichtigen Dokumenten erweckt der Eindruck, dass die Regierung etwas zu verbergen habe – egal, ob die Dokumente später diesen Eindruck belegen oder nicht. Das Memo vom 6. August 2001 bestätigt sogar die Aussagen von Präsident Bush und seiner Sicherheitsberaterin Rice.

Damit erweist sich ausgerechnet diese oft zitierte Vorwarnung für ‘Zweifler’ als eher untaugliches Indiz für die These, die US-Regierung hätte vom Anschlagsszenario des 11. September bereits zuvor Kenntnis gehabt.

Der fragwürdige Umgang mit vorhandenen Warnungen ist jedoch zweifellos ein bedeutender Aspekt der Aufarbeitung und wird u.a. im Clarke-Buch ‘Against all Enemies’ und im Woodward-Buch ‘State of Denial’ thematisiert. 

Richard Clarke kritisiert in seinem Buch die Anti-Terrorpolitik der Bush-Regierung massiv und veröffentlichte das Buch nicht ganz zufällig kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen 2004. Das Buch von Bob Woodward erschien kurz vor den Kongresswahlen im Oktober 2006 und enthält ebenfalls vernichtende Passagen.
Das Ergebnis der Recherche ist für Bush, Rumsfeld, Rice & Co. eine Katastrophe. “State of Denial” [...] zeigt ein zerstrittenes, unentschlossenes, von Lügen und Intrigen bestimmtes Weißes Haus. Einen bis zur Fahrlässigkeit uninteressierten Präsidenten, der sich von schlechten Nachrichten über den Irak-Krieg nicht stören lassen will [...]. Einen Verteidigungsminister, der tyrannisch noch so berechtigte Einwände wegwischt und es in seiner Arroganz nicht einmal für nötig befindet, Condoleeza Rice zurückzurufen.
Und die Dame selbst kommt auch kaum besser weg. Im vielleicht aufregendsten Kapitel berichtet Woodward von einem bisher unbekannten Treffen  das Terrorabwehrchef Cofer Black an der Seite des CIA-Direktors George Tenet bei Rice im Weißen Haus hatte.
In diesem von den Geheimdienstlern dringend eingeforderten Meeting am 10. Juli 2001 haben die beiden nach eigenen Aussagen ausdrücklich vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff von al-Qaida-Terroristen gewarnt, womöglich in den USA selbst. [...] CIA-Chef Tenet wollte “Rice schütteln”, aber sie “fegte die Warnungen einfach beiseite”. Eine explosive Enthüllung: Von diesem Treffen im Weißen Haus zwei Monate vor den Terrorattacken auf die Twin Towers und auf das Pentagon steht nichts im parlamentarischen Abschlussbericht zu 9/11.
Rice leugnete zunächst, daß es das Treffen überhaupt gegeben habe, es sei “nicht vorstellbar”, daß sie dringende Terrorwarnungen in den Wind geschlagen habe. Mitte vergangenen Woche musste sie zumindest in einem Punkt klein beigeben: Aufzeichnungen im Weißen Haus beweisen ein Treffen zwischen Tenet, Black und ihr. (SPIEGEL 41/06, S. 133f)

 

Aus 1,5 wird 11,5 - wie Zweifel entstehen

Das veröffentlichte PDB-Dokument umfasst 1,5 Seiten. Trotzdem ist die Behauptung im Umlauf, das Originaldokument umfasse elfeinhalb Seiten.

Von diesen elfeinhalb Seiten waren nach Freigabe des Dokuments am 10. April 2004 nur noch knapp zwei Seiten - präzise: 17 Sätze - zu lesen. Man fragt sich: Wo ist der Rest? (Jürgen Elsässer, 19.04.2004, ebenso im sozialistischen Magazin ‘Vorwärts)

Elsässer bezieht sich hierbei auf den ZEIT-Autor Oliver Schröm, mit dem er wenige Tage zuvor ein Interview für die Junge Welt führte.
An diesem Morgen unterrichtet der CIA-Direktor persönlich den Präsidenten. Sein PDB-Papier hat statt der sonst üblichen zwei bis drei diesmal elfeinhalb bedruckte Seiten ... (Quelle, Oktober 2002)

Die “üblichen zwei bis drei” Seiten dieser täglichen Dokumente wird in einem anderen heiklen Zusammenhang (den manipulierten Kriegsgründen 2003) von einem  prominenten Insider-Journalisten bestätigt:
Der zwei oder drei Seiten umfassende, am frühen Morgen erstellte Bericht wird nur dem Präsidenten und einigen wenigen hochrangigen Regierungsbeamten vorgelegt. (Seymour Hersh: Die Befehlskette, 2004, S. 233)

Woher hat aber Oliver Schröm seine Information der abweichenden Seitenanzahl?

JW: Was die US-Regierung jetzt als »PDB«-Papier vom 6. August 2001 freigegeben hat, umfaßt lediglich 17 Sätze. Wo sind die übrigen neuneinhalb Seiten abgeblieben?
OS: Interessante Frage. Aber meine Information scheint zuverlässig gewesen zu sein. Zumindest der damals genannte Titel des »PDB-Memorandums« hat sich ja zweifelsfrei bewahrheitet.
JW: Wer ist Ihre Quelle?
OS: Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken. Die Informationen über das Memorandum, die Umstände des Treffens zwischen Bush und CIA-Direktor Tenet und vor allem der verräterische Titel des PDB-Memos wurden damals schon in US-amerikanischen Zeitungen veröffentlicht, vor allem in der Washington Post, wo Starreporter Bob Woodward immer wieder mit bemerkenswerten Insider-Details aufwartete, die größtenteils auch in seinen Bestseller »Bush at War« einflossen.

Die entsprechende Fußnote im Buch ‘Tödliche Fehler’ von Oliver Schröm verweist auf einen Woodward-Artikel in der Washington Post. Dort findet sich jedoch keinerlei Hinweis auf den Umfang des Memos.
Auch in dem JW-Interview bleibt ungeklärt, woher die Information bzgl. des Seitenumfangs stammt. Wer zwischen den Zeilen lesen will, kann bereits das Zugeständnis des Oliver Schröm erkennen, daß seine Information bzgl. des Briefing-Umfangs nicht korrekt war.

Der Hintergrund dieses Aspektes offenbart eine weiteren banalen Irrtum als Grundlage einer Legende.
Am 18. Mai 2002 meldete CNN folgendes:
And it was during that briefing on August 6 when he was given this 1 1/2-page memo, [...]  (Quelle)

Am 19. Mai 2002 veröffentlichte das Time Magazine einen Artikel, der folgende Passage enthält:
At the briefing on Monday, Aug. 6 [...] Bush received a 11/2-page document, which, according to Rice, was an "analytic report" on al-Qaeda. (Quelle)

Am 24. Mai 2002 erschien auf CNN plötzlich folgendes:
[...] when it acknowledged that President Bush received an eleven-and-a half page report on al Qaeda during his August 6 daily intelligence briefing, known as the Presidential Daily Brief. (Quelle)

Zur Verdeutlichung der Abfolge nochmals in Kurzform:
18.05.2002 CNN:  1 1/2-page memo
19.05.2002
TIME: 11/2-page document
24.05.2002 CNN:  eleven-and-a half page report

Eine Idee, was da passiert sein könnte?

Aus der ursprünglichen ‘1 1/2’ wurde im Stille-Post-Prinzip die ‘11 1/2’.
Anscheinend ein simpler Wahrnehmungs-oder Übertragungsfehler - kleine Ursache, große Wirkung.
Oliver Schröm hat diesen Fehler bedauerlicherweise im Oktober 2002 übernommen und damit eine zitierfähige Grundlage gebildet, so z.B. für den US-Aktivisten Justin Raimondo. Re-importiert wird die Falschinformation durch SteinbergRecherche:
Elfeinhalb minus anderthalb - zehn Seiten fehlen, auf denen Genaueres stehen könnte, über  Flugzeuge als Raketen zum Beispiel. Kerrys Freunde werden die Seiten sehen wollen.

Seitdem zirkuliert die Legende vom teil-verheimlichten Memo. Die vorübergehende Verwirrung reichte bis zum involvierten US-Politiker:
"We should be requesting the entire PDB, not an article from the PDB," said former Rep. Tim Roemer, D-Ind. "How can you get the context of how al-Qaida or Afghanistan is being prioritized in 10 or 12 pages when you only are seeing two paragraphs?" (Quelle, 15.11.2003)

Tim Roemer ist nicht irgendein Politiker. Er war Mitglied der 9/11 Untersuchungskommission und am Rice-Hearing im April 2004 beteiligt. (Transkript der Hearing-Passage)
Nachdem Roemer im November 2003 noch über “10 or 12 pages” spekulierte, stand dem ‘9/11-Commission’-Mitglied
das Dokument offensichtlich zur Verfügung (s. Hearing). Roemer bemängelte weder während des Hearings einen ‘fehlenden Teil’, aber auch nach dem Hearing und der Veröffentlichung des Dokumentes war von Mr. Roemer kein Einwand bzgl. des Memo-Umfangs mehr zu hören.

Roemer scheint eingesehen zu haben, einer Fehlinformation im Vorfeld aufgesessen zu sein. 
 

Ohne Ahnung - Desinformanten-Dilettanten

Im Februar 2007 hinterfragte ein verunsicherter User die WERBOOM-Glaubwürdigkeit(Vorgänger-Domain von MOSAIK911) ausgerechnet im Wisnewski-Forum (Ende 2008 wurde das Wisnewski-Forum kommentarlos vom Betreiber beseitigt, Kopie der ersten Seite des Thread).
Als Reaktion kam u.a. ein Hinweis von einem User, der seinen Hass auf WERBOOM (die “Blaue Pille”) in diversen Foren zum Ausdruck bringt: 

Nur einen Punkt von werboom habe ich mir mal rausgegriffen, das Presdiental Briefing vom 6.8.2001, Bin Laden determined to attack inside the U.S.
[...]
Was werboom uns nicht erzählt: Man kann auch Dokumente veröffentlichen, die nur die halbe Wahrheit verkünden - und so hat man halt selbst die Inkompetenz-Strategie erklärt.
Und das Verschweigen von Dokumenten ist kein Vertrauensbeweis, wie uns dieser Artikel suggerieren will.
Oliver Schröm, geheimdienstnaher deutscher Journalist, sagt uns aber, dass dieses Dokument 11 Seiten lang war, und nicht 1 1/2.
Und nun, werboom?

Tja, was nun? 

Der ‘Fragensteller’ hatte plötzlich zwei Probleme:
1. Der attackierte Verfasser von WERBOOM war überraschenderweise im Forum anwesend, um auf die rhetorische gemeinte Frage zu reagieren.
2.
Die beabsichtigte Attacke auf WERBOOM ging gnadenlos nach hinten los und offenbarte im Verlauf der ‘Diskussion’ weitere Peinlichkeiten.

So zeigte sich der attackierende User z.B. völlig überrascht, als WERBOOM  die Bezugsquelle des Oliver Schröm bzgl. eines Großteils der Informationen nannte. Im Verlauf des Jahres 2002 fanden nämlich die Hearings der ‘ersten Untersuchungskommission’ statt. Im Dezember 2002 wurde hierzu ein Abschlußbericht verfasst, der schliesslich in deklassifizierter Version im Juli 2003 publiziert wurde:
Congressional Reports: Joint Inquiry into Intelligence Community Activities before and after the Terrorist Attacks of September 11, 2001

Der Offenbarungseid des ‘Truthseekers’ dazu:
Es zeigt vielmehr, wie ignoriert diese Informationen der Untersuchungskommission worden sind, wenn jemand wie ich, der seit Jahren viele Stunden Recherche täglich betreibt, sie nirgendwo anders gesehen hat und sie deshalb für Insiderwissen hielt. (Zitat ist nur noch indirekt dokumentiert, denn auch SIT hat nur den ersten Teil der Diskussion kopiert)

Wohlgemerkt: Das offenbart ein umtriebiger ‘Truthseeker’ im Jahr 2007.

Wohlgemerkt: Das Eingeständnis der Unkenntnis erfolgt im Forum eines Buchautors, der in seinem Buch ‘Mythos 9/11’ auf diese erste Untersuchungskommission und ihre Ergebnisse hinweist (vgl. S. 67f). 

Nur wenige Tage zuvor - vor dem Hinweis auf die 2002/2003 vorliegenden Untersuchungsberichte -  hörte sich die ‘Truthseeker’-Unterstellung noch etwas anders an und dokumentiert ein weiteres Mal die Methodik:
Der, als er merkte, dass er etwas zu viel preisgegeben hatte, sich wieder rettete, in dem er sagte, er hätte nur aus offiziellen Quellen abgeschrieben.
Es ist ja, wie gesagt, nicht nur die Seitenzahl. Schröm stellt ja viel mehr Infos zusammen, als zu der Zeit bekannt war.
(Quelle, 05.02.2007)

Klingelts?

Dieser ‘Truthseeker’ hat sich aus dutzenden Sachverhalten einen Aspekt gezielt herausgegriffen, um die WERBOOM-Darstellung in Zweifel zu ziehen und ist damit exemplarisch gescheitert. Die fortlaufenden Hass-Attacken gegen WERBOOM sprechen Bände:
Ich habe gestern übrigens noch mal auf werboom gelesen, die Propaganda dort bringt mich zum kochen. Wenn man jeden Propaganda-Punkt widerlegen sollte, wäre das eine hübsche Jahresaufgabe. (Quelle, Kopie)

Eine Jahresaufgabe?
Der wütende ‘Truthseeker’ war bereits mit dem ersten - nochmals sei es betont: selbst ausgewählten - Versuch überfordert und ergeht sich ersatzweise nur noch in Desinfo-Geschrei und implizierten Todesdrohungen, z.B. nur wenige Tage nach dem Eigentor:

 

sit-220707-wb-galgen02

Quelle (Screenshot zum Vergrößern bitte anklicken)

Kurz darauf legte der ‘Truthseeker’ noch einen drauf. Ironischerweise handelt es sich um die Reaktion auf einen User, der WERBOOM zitiert mit einen Klassiker der ‘Truthseeker’-Desinfo - einem Desinfo-Klassiker, den eben dieser ‘Truthseeker’ aktiv unterstützt hat (Details siehe Pulled by Prisonplanet):  
 

sit-280207-werboom oberster disinfo-agent

Quelle (Screenshot zum Vergrößern bitte anklicken)

Die regelmäßigen Hassattacken verwundern nicht, denn in einem anderen Forum gesteht derselbe ‘Truthseeker’ nur vier Wochen später folgendes ein:
 

sit210307-pf-wb-widerlegen02

Quelle (Screenshot zum Vergrößern bitte anklicken)

Deutlicher gehts nicht:
WERBOOM-Darstellungen ignorieren oder sachlich entgegentreten statt beschimpfen und diffamieren?
Kann er nicht, braucht er nicht, trotzdem ist alles leicht widerlegbar und WERBOOM (= MOSAIK911) ist sowieso Desinfo.

Derselbe ‘Truthseeker’ bringt diese Masche in einem anderen Forum auf den Punkt - selbstverständlich mit vertauschten Vorzeichen:
Merke: Die Einzelheiten können die OVT'ler nicht widerlegen, also schaltet man wieder um auf Gesamtdiskreditierung. (Quelle, 03.07.2008, OVT=Offizielle Verschwörungstheorie)

Ein Jahr später beklagt sich derselbe ‘Truthseeker’ (wieder in einem anderen Forum), daß seine öffentlichen Ausfälle nicht ganz folgenlos bleiben:
Was mich besonders ärgerte bisher: Das hinterherputzen hinter mir (wer bin ICH schon), wenn man mal einen der wenigen Fehler gefunden hat, die ich gemacht habe. (Quelle, 29.06.2009)

Die klassische Irrlogik: Was nicht kommentiert wird, ist richtig.

An diesem ‘Truthseeker’ lässt sich exemplarisch der fragwürdige Wert erkennen, komplexe Sachverhalte zu thematisieren. Die Reaktion sind endlos kopierte Texte, die ihrerseits zahllose Fehlinformationen bzw. Interpretationsmöglichkeiten enthalten. Damit lassen sich Bücher füllen.
Deshalb konzentriert sich MOSAIK911 darauf, möglichst konkrete und überschaubare Aspekte zu thematisieren - auch aus der Erfahrung heraus, daß manche ‘Truthseeker’ selbst bei bewiesenen Manipulationen nahezu paranoid-absurd reagieren können, wenn ihnen eine Deutung nicht passt. Nicht ganz zufällig exemplarisch wieder derselbe Herr, der nicht ohne Grund verärgert ist:
Es ist nicht zum Aushalten, zu welchen Tricks die Dis-Informanten greifen, um ihre Version aufrecht zu erhalten. Wörter werden umgedeutet, Videos falls wiedergegeben, gelogen wird... Es reicht jetzt! (Detaillierte Darstellung)

Dieselbe Masche in leichter Variation zwei Jahre später:
Wirklich jedes Wort da ist verdreht, gesponnen, Herr Sperling ein echter Profi darin. (Quelle, 29.06.2009)

Der diskreditierend gemeinte Titel “oberster Dis-Info-Agent aus Deutschland” hat vor diesem dokumentierten Hintergrund eher begrenzten Wert - er sagt weniger über MOSAIK911 aus als vielmehr über den Urheber dieser Behauptung.  

Wenn solche ‘9/11-Truthseeker’ ihre Weltanschauung in Hollywood-Vorgaben a la Matrix verpacken, verwundert dies nicht wirklich. Es verdeutlicht lediglich, womit man zu rechnen hat, wenn man mit sogenannten ‘Truthseekern’ zu tun hat.

Wenn sich solche ‘Truthseeker’ in der Tradition von Nazi-Jägern wähnen, dann ist auch dies keine Erfindung des “obersten Dis-Info-Agenten aus Deutschland” - es ist makabere Realität:

Herzlichst- ihr Simon Wiesenthal der 9/11 Truth Bewegung- nein, Sitting-Bull aka Mondsohn (Quelle, 14.04.2009)
 

sibu-allmy-250409-alles ist dokuemntiert&ich kriege euch

Quelle

Sicher.

 

blackbalken1