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Ein Kern aus Stahl - ein Glaube aus Beton

Das strukturelle Design der WTC-Türme setzte in den späten 1960er Jahren Maßstäbe - ein inneres und äußeres Stahlträgerskelett maximierte bei sehr schlanker Bauweise die Nutzfläche. Der Gebäudekern bestand aus 47 massiven Stahlträgern, die einen Großteil der vertikalen Kräfte zu tragen hatten:
The 47 columns in this rectangular space were fabrictaed using primarily 36ksi and 42 ksi steels and also decreased in size at the higher stories. The four massive corner columns bore nearly one-fifth of the total gravity load on the core columns. The core columns were interconnected by a grid of conventional steel beams to support the core floors. (NIST Final Report S. 8)
 

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Quelle: Douglas Dickens, Mary Evans Picture Library

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Quelle

In den Türmen existierten hingegen keine strukturell bedeutsamen Wände:
There were three types of nonstructural walls in the towers. The stairwells and elevator shafts were surrounded by 2 inch thick, tongue-and-groove, cast gypsum panels, covered with two or three sheets of 5/8 inch gypsum board. The demising walls were made of two sheets of 5/8 inch thick gypsum wallboard on each side of steel studs. These are often regarded as providing a 2 hour fire separation. (NIST Final Report S. 12)

Im offiziellen Untersuchungsbericht zum Bombenanschlag von 1993 findet sich eine Bestätigung durch einen an der Bauplanung beteiligten Ingenieur:
In 1960 I was involved in the original planning and design of the WTC. From this experience I knew that the walls behind the elevator doors were made of two-inch-thick gypsum board, rather than solid concrete or concrete block, with steel studs 12 inches on center. (Quelle)

The engineers all knew that the elevator walls were not solid concrete - they were merely two layers of lightweight plasterboard. (Glanz&Lipton: City in the Sky 2003, S. 230f)

Ein weitgereister Architekt äußerte seine Verwunderung über die minimale Ausgestaltung des Gebäudekerns:
Mich hat nicht überrascht, dass es eine Stahlstruktur war. Das ist in Amerika recht gewöhnlich, wo es eine starke Stahllobby gibt, die dafür sorgt, dass Gebäude aus diesem Material gebaut werden. Was mich so erstaunt hat, war, dass Aufbau und Ausgestaltung des Gebäudekerns, die Feuertreppen und die Aufzugschächte aus Gipsbeton gemacht waren. So ein Material benutzt man normalerweise nur in leichtgewichtigen, inneren Gebäudeteilen. Normal wäre es gewesen, wenn man solche substantiell wichtigen, senkrechten Elemente mit verstärktem Beton umgeben hätte. (Quelle, Hervorhebung von mir)

Im NIST-Abschlussbericht findet sich hierzu eine Passage, die Kritik an dieser Bauweise erkennen lässt:
At the time of the design and construction of the WTC towers, there were no explicit minimum structural integrity provisions for the means of egress (stairwells and elevator shafts) in the building core that were critical to life safety. The building core, generally designed to be part of the vertical gravity load-carrying system of the structure, need not be part of the lateral load-carrying system of the structure. In this case, the structural designer may have preferred the use of partition walls rather than structural walls in the core area to reduce building weight. In the case of the WTC towers, the core had 2 hour fire-rated, gypsum partition walls with little structural integrity, and the core framing was required to carry only gravity loads. Had there been a minimum structural integrity requirement to satisfy normal building and fire safety considerations, it is conceivable that the damage to stairways, especially at the floors of impact, may have been less extensive (NIST Final Report, S. 195)

Auch in einer Broschüre der Münchner Rückversicherungsgesellschaft, die  zu versicherungsrechtlichen Fragen Stellung nimmt, wird die reduzierte, weil wirtschaftliche Bauweise explizit erwähnt:
Die in den Vereinigten Staaten übliche Konstruktion des Tragwerks aus Stahlstützen und Stahlträgern sowie Stockwerksdecken in leichter Bauweise mit geringer Betonbeschichtung erlaubte es, Türme mit dieser Schlankheit zu errichten. Eine ähnliche Konstruktion aus Stahlbeton hätte bei der gleichen Höhe von über 400 m und einer Grundfläche von 63,5 x 63,5 m das Eigengewicht erheblich vergrößert und wahrscheinlich zu architektonisch und wirtschaftlich unvertretbaren Abmessungen vor allem in den unteren Stockwerken geführt. Deshalb ist es müßig, hier über eine mögliche höhere Feuerwiderstandskraft von Stahlbeton zu spekulieren.

Irritierenderweise behauptet dieselbe Broschüre nur wenige Sätze später folgendes:
Im Innern gab es einen Kern, bestehend aus 48 vertikalen Stahlstützen und aus Stahlbetonwänden für die insgesamt mehr als 100 Fahrstühle je Turm, der aber lediglich den Eigengewichtsanteil des Bauwerks abzutragen hatte.

Ausgerechnet auf diese widersprüchliche Versicherungsbroschüre beruft sich Gerhard Wisnewski mit folgender Behauptung:
Jedes der beiden Gebäude bestand außen aus einem zähen, engmaschigen Geflecht von Hunderten miteinander verschweißten Stahlträger und innen aus einem ebenso widerstandsfähigen Kern aus Stahlbeton, in dem sich die Aufzugsschächte befanden. Jeder Turm setzte sich also praktisch aus zwei Wolkenkratzern zusammen - einer äußeren Stahlgeflechtröhre und einem inneren Stahlbetonkern, [...]. (Operation 9/11, S. 123, Hervorhebungen von mir)

Der Zielrichtung dieser Behauptung liegt in der hypothetischen Widerstandsfähigkeit der Kernkonstruktion, von der allerdings viele Fachleute etwas anderes behaupten, wie z.B. der Bau-Ingenieur Prof. Graubner:
Kritisch ist anzumerken, daß die im Gebäudeinneren angeordneten Aufzüge und Fluchttreppenhäuser nicht räumlich voneinander getrennt und wahrscheinlich auch nicht hinreichend gegen Explosionsdruck ausgelegt waren. Dies hat vermutlich die zügige Evakuierung der oberhalb der Einschlagstelle gelegenen Büroräume unmöglich gemacht. [...] An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, daß bei den in Deutschland vorhandenen Hochhäusern die Aufzugskerne und Fluchttreppenhäuser in aller Regel aus massivem Stahlbeton bestehen und vielfach räumlich voneinander getrennt werden. Diese Stahlbetonkerne dienen auch der Gebäudeaussteifung und halten Explosionsbeanspruchungen größeren Ausmasses stand. (Quelle, Hervorhebung von mir)

Dies bestätigt ein weiterer Professor für Bautechnik, Prof. Sobek:
In Deutschland ist der Brandschutz typischerweise dadurch gegeben, dass man sehr viel mit Stahlbetonkonstruktionen arbeitet. Insbesondere die Treppenhauskerne sind alle aus Stahlbeton. [...] Auch die in das Gebäude schleudernden Flugzeugtrümmer würden bei einem Kern aus Stahlbeton - also bei einbetonierten Treppenhäusern und Aufzugsbereichen - nicht zum Durchschlagen der Wände führen, so wie es in New York passiert ist. (Quelle)

Zu den Sicherheitsaspekten der traditionellen amerikanischen Stahlskelettbauten und europäischen Stahlbetonbauten nimmt auch der  Geschäftsführer der ‘Bauen mit Stahl e.V.’, Dipl.Ing. Horst Hauser Stellung. Er bemerkt noch etwas interessantes nebenher:
Wissen Sie, das ist das Problem, was ich in Reflexion dieser Katastrophe mit dem Begriff Experte habe. Offensichtlich fühlt sich neuerdings jeder Bauingenieur in Deutschland als Experte für Baustatik von Wolkenkratzern berufen und findet leider auch immer wieder in unseren Medien Gehör. [...] Wenn ich etwas über die Konstruktion eines Formel-1-Wagens nach einem Crash wissen will, frage ich dann einen Ingenieur, der etwas mit der Planung von Traktoren zu tun hat? (Quelle)

Ein weiterer Fachmann hat Fachartikel zum Thema herangezogen, um sich eine fundierte Meinung zum Thema zu bilden - im Gegensatz zum bücherproduzierenden Politologen Wisnewski: 
Bauingenieur Helmut Eggert aus Berlin hat einschlägige Artikel in der Fachzeitschrift "Der Stahlbau" studiert, die vor mehr als dreißig Jahren erschienen sind. Eggert war lange Zeit Referatsleiter für Stahlbau im Deutschen Institut für Bautechnik. [...] Anders als vielfach dargestellt, hatte das World Trade Center gar keinen Kern aus Stahlbeton. Es handelte sich vielmehr um eine reine Stahlkonstruktion, die bis zu dem Granitfelsen in 25 Meter Tiefe reichte. Der Beton im Fundament hatte nur eine lastverteilende Funktion. (Quelle, Hervorhebung von mir)

Ein weiterer Experte äußerte sich zu der geringeren Widerstandsfähigkeit eines Stahlkernes gegenüber einem Stahlbetonkern:
Sundermann ist Projektleiter beim Bau des 160 Meter hohen Post-Towers in Bonn. Ende 2002 soll das Gebäude mit 41 Stockwerken bezugsfertig sein. 2.000 Menschen werden dort arbeiten. Der Tower wird das höchste Gebäude der Region. Bei einem Flugzeugaufprall würde zumindest ein Teil des Hochhauses stehen bleiben, so Sundermann: "Wir bauen nach einem anderen Prinzip. Unser Gebäude wird einen Stahlbetonkern haben. Der ist wesentlich feuerbeständiger als ummantelte Stahlträger. (Quelle, Hervorhebung von mir)

Die Fachwelt ist sich einig, aber der Politologe Gerhard Wisnewski irritiert erneut mit eigenwilligen Recherchemethoden - er beruft sich auf eine widersprüchliche Versicherungsbroschüre in einer bautechnischen Frage statt Experten zu befragen.
 

Ein Experte regt sich auf - Wisnewski stellt nur Fragen

Die WDR-Sendung “Täuschung oder Wahrheit” wurde im September 2003 als Ergänzung zur Doku “Aktenzeichen 11.9 - ungelöst” gesendet, nachdem der SPIEGEL eine vernichtende Titel-Story über Wisnewski&Co. veröffentlicht hatte. In dieser Sendung nahmen einige Experten Stellung zu Kernthesen des verantwortlichen Gerhard Wisnewski. Letzterer war ebenfalls im Studio und kam gelegentlich zu Wort, aber die sehr einseitige Gesprächsführung des Moderators Helmut Rehmsen vermittelte das Bild “alle gegen einen”. Dadurch wurde dem vorgeführten Journalisten unnötigerweise die Möglichkeit gegeben, die unfaire Moderation in den Vordergrund zu schieben und von den sachlichen Debakeln abzulenken. Eine faire inhaltliche Auseinandersetzung wäre aufschlussreich und ausreichend genug gewesen.

Zu der Frage des Brandgeschehens und des angeblichen Stahlbetonkerns war Prof. Peter Schaumann (Institut für Stahlbau und Brandschutz, Hannover) eingeladen. Der Moderator leitete dieses Thema folgendermassen ein:
Ich will die Konstruktion nochmal erklären. Sie schreiben, Herr Wisnewski, in ihrem Buch das es da einen Kern aus Stahlbeton gegeben habe. Das ist nachweislich falsch.... das wissen sie mittlerweile?

Wisnewski: Nein, das weiss ich nicht. Also, meine Daten sprechen z.B. von 325.000 m3 Beton pro Turm, ja. Wo sollen die hergekommen sein wenn nicht aus dem Kern? Und sie sehen ja auch ganz deutlich hier diese enorme Wolke, die entsteht, diese Staubwolke. Und hinterher hatten wir ja auch die Berichte von diesem Betonstaub, der hier alles zugedeckt hat.

Der Moderator will an dieser Stelle das Gespräch zu Professor Schaumann überleiten, aber der ergreift sichtlich genervt selbst das Wort:
Entschuldigen Sie, Herr Wisnewski. An dieser Stelle, zumindest an dieser Stelle soweit ich es beurteilen kann, ist die Qualität ihrer Recherche schlecht. Es ist in technischen Kreisen völlig klar - und das haben Sie auch in den Bildern gesehen, auch von dem Bau - es handelt sich um eine Stahlkonstruktion, und der Beton, von dem Sie sprechen, ist ausschließlich der Leichtbeton in den Decken. Von einem Stahlbetonkern kann man hier nun wirklich nicht sprechen. Das ist schlichtweg falsch. Und sie behaupten in ihrem Buch, bringen diesen Stahlbetonkern in Zusammenhang mit einigen Thesen und die sind vom Tisch. Da können sie hier jetzt reden wie sie wollen. [Hervorhebung von mir]

Wisnewski wollte darauf etwas erwidern, aber der Moderator lenkte das Gespräch dann auf die Herkunft der Staubwolken, die mit den pulverisierten Gipsbetonwänden und dem Leichtbeton in den Geschossdecken hinlänglich erklärt werden kann, wie auch Professor Schaumann nochmals bestätigte.

Auf den Hinweis zum nicht-existenten Stahlbetonkern reagierte Wisnewski unbeirrt mit der naiv wirkenden Gegenfrage, woher denn 325.000 Kubikmeter Beton pro Turm stammen, “wenn nicht aus dem Kern”. Die Zahl taucht auch in seinem Buch auf, wieder ohne Quellenangabe:
[...] dem 200.000 Tonnen schweren Stahlgeflecht und den 325.000 Kubikmetern Beton eines World Trade Center Turms. (Operation 9/11, S. 127)

Der Buchautor hat auch hier nicht richtig recherchiert. Die Zahlen beziehen sich auf beide Türme, und gelten nicht pro Turm. (Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3)

Ungeachtet des marginalen Fehlers fällt auf, daß der Buchautor seine Fragen stur wiederholt, obwohl eine Antwort bereits vorliegt:
In beiden Türmen existierten insgesamt über 200 Geschossdecken aus Leichtbeton mit jeweils ca. 4000 qm Fläche, der Gebäudekern war über die gesamten 110 Etagen beider Türme mit Gipsbetonplatten verkleidet, im Fundament wurden tausende Tonnen Beton mit lastverteilender Funktion verwendet.  
Nichts von alledem hat der spekulierende Buchautor abgeklärt - stattdessen folgt der journalistische Offenbarungseid:
Wo sollen die hergekommen sein wenn nicht aus dem Kern?

Ein knappes Jahr nach diesem Debakel äußerte sich Gerhard Wisnewski in einem Interview zum Thema ‘Stahlbetonkern’ folgendermaßen:
Frage: Gibt es irgendetwas, wo Sie trotzdem sagen würden: ”Das und das ist.., inzwischen sehe ich das anders?”
GW: “Ja. Und zwar ist das die Sache mit dem Betonkern des World Trade Centers. Ursprünglich hatte ich in meinem Buch drinstehen, daß das WTC einen Betonkern hatte. Dafür gab es viele Quellen, unter anderem die Münchner Rückversicherung [Anm.: In seinem Buch wird keine einzige Quelle hierzu angegeben]. Die  müßte es ja eigentlich wissen. In einer Beschreibung des Zusammenbruchs heißt es eindeutig, daß der Kern Beton enthielt. Das war für mich wirklich eine der vertrauenswürdigsten Quellen. Inzwischen glaube ich nicht mehr, daß das so stimmt. Ich habe das Buch auch dementsprechend geändert, in den nächsten Auflagen. Das ändert aber an meiner Theorie über den Absturz oder Zusammensturz gar nichts, weil diese Wolken, die man austreten sieht, sind weißlich grau. Es gab immer in dem Gebäude Bauteile aus Materialien wie Gips und Asbest. Also, es spielt gar keine Rolle, ob die Sprengladungen jetzt in Beton waren oder ob sie einen Stahlkern sozusagen abgeschnitten haben und dabei die Gipsverkleidung rausgespritzt sind. Das ist sozusagen für den Ablauf des Zusammenbruchs vollkommen unwichtig.”
(Quelle)

Der investigative Journalist Hans Leyendecker beschreibt diese Verhaltensmuster treffend:
Es bringt aber nichts, nachzuweisen, dass Paranoiker die Unwahrheit verbreiten. Sie erklären gewöhnlich, dass es auf diesen und jenen Punkt gar nicht ankomme. Auf die große Linie komme es an, und die löst sich dann in viele kleine Striche auf. (Quelle)

Aber wie kam Wisnewski zum ‘unwichtigen’ Teil-Sinneswandel?
Frage: Wie sind Sie darauf gekommen, dass das doch nicht richtig ist? Hat Sie da jemand darauf hingewiesen?
GW: “Ja, natürlich. Ein auftrumpfender Professor, dessen Werke sich wahrscheinlich nicht in solchen Auflagen verkaufen, hat mir das vorgeworfen - wahrscheinlich auch zu Recht, wie ich das heute sehe”
(Quelle)

Der trotzige Seitenhieb (“meine Auflage ist höher”) spricht Bände über die Befindlichkeiten des Herrn Wisnewski. Ein Vergleich der BILD-Auflage mit einem beliebigen wissenschaftlichen Journal lässt erahnen, was dieser mißlungende Seitenhieb über die Qualität dieses Buchautors aussagt. Auch da sind die Zielgruppen unterschiedlich und die Informationen bzw. Recherchen von unterschiedlicher Qualität.

Interessanter erscheint daher, daß der fehlende Stahlbetonkern ganz plötzlich “für den Ablauf des Zusammenbruchs vollkommen unwichtig” ist, nachdem er lange Zeit von diesem Journalisten ohne Abstriche propagiert und bis zum bitteren Ende verteidigt wurde, insbesondere mit dem wichtigsten Stilmittel, der zweifelschürenden rhetorischen Frage:
Wo sollen die [Anm.: 325.000 m3 Beton] hergekommen sein, wenn nicht aus dem Kern?

Nochmals Aussagen der oben zitierten Experten zu der Frage, wie “unwichtig für den Ablauf des Zusammenbruchs” dieser Kern gewesen wäre:
Diese Stahlbetonkerne dienen auch der Gebäudeaussteifung und halten Explosionsbeanspruchungen größeren Ausmasses stand. (Quelle)
Unser Gebäude wird einen Stahlbetonkern haben. Der ist wesentlich feuerbeständiger als ummantelte Stahlträger. (Quelle)

Es liegt die Vermutung nahe, daß genau deshalb einige Meinungsmacher der ‘Zweifler’-Szene lange Zeit die Existenz eines Stahlbetonkern propagierten. Ein solcher Kern hätte den Impact-Folgen wesentlich besser trotzen können und ein anderes Einsturzverhalten gezeigt. Deshalb wären angebliche zusätzliche Sprengungen nötig gewesen, um den Einsturz in der beobachteten Form zu gewährleisten.  

Der Hochbau-Experte Prof. Schleich beschreibt diesen Sachverhalt nicht ganz überraschend so:
Bedingt durch das Gitterwerk des umliegenden Stahlrahmens, stürzt schliesslich der Turm auf seiner eigenen Grundfläche zusammen und verschwindet. Wäre er hauptsächlich von seinem inneren Kern gestützt worden, so hätte er sich wahrscheinlich im letzten Moment zur Seite geneigt, um dann eine 300 m lange Schneise der Verwüstung in seine Umgebung zu schlagen. (Quelle: Revue Techique PDF)

Ähnlich äussert sich der Architekt Mutsuro Sasaki, der zahlreiche Hochäuser mit einer ähnlichen Bauweise in dem von häufigen Erdbeben geplagten Japan entworfen hat:
"Das Gebäude hatte keine Chance", sagte Mutsuro Sasaki, [...].
Die Explosion der Maschinen und das anschließende Feuer habe das Stahlkorsett des Gebäudes erheblich geschwächt. Die Stahlträger konnten die Last nicht mehr halten, die Betondecken fielen in einer Art Dominoeffekt in sich zusammen. Die spezielle Konstruktion des WTC [konnte] nicht umkippen, sondern in sich zusammensacken. (Quelle)

Bezeichnenderweise erwähnt Gerhard Wisnewski im zitierten Interview noch folgendes:
Und  für mich ist eigentlich wichtig, dass das bis jetzt der einzige Punkt ist,  an dem ich sage: "Ist O.K. Da habe ich wahrscheinlich daneben gelegen, was das Detail betrifft, aber nicht was den Ablauf betrifft. Daran ändert sich überhaupt nichts, an meiner Einstellung, dass das Ding gesprengt wurde."
(Quelle)

Dieses ‘Zugeständnis’ wirkt wie purer Hohn angesichts weiterer eigenwilliger Fehlinterpretationen, wie sie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier exemplarisch aufgeführt sind. Das Verhaltensmuster wird vom Investigativ-Journalisten Hans Leyendecker treffend beschrieben:
Es bringt aber nichts, nachzuweisen, dass Paranoiker die Unwahrheit verbreiten. Sie erklären gewöhnlich, dass es auf diesen und jenen Punkt gar nicht ankomme. Auf die große Linie komme es an, und die löst sich dann in viele kleine Striche auf.
Wer mit diesen Amokläufern um die Wette rennt, muss wegen Seitenstechens leider aufgeben.
(Quelle)

Ironischerweise stürzte ausgerechnet ein Großteil vom angeblich gesprengten Gebäudekern erst nach den Strukturen des restlichen Turmes ein - der hartnäckigen Freifall-Legende zum Trotz:
 


WTC 1 Core Nahaufnahme - MyVideo

siehe Aufnahmen ab Minute 1:20

GJS-WTC30
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wtc69
wtc2-collapse-steelcore1
blackbalken1