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Eine ungewöhnliche wirkende Bemerkung aus diesem Telefonat wurde zum Gegenstand von Spekulationen und Zweifel: Ein anderer Passagier von Flug 93 soll sich seiner eigenen Mutter am Telefon mit den Worten vorgestellt haben: “Mom, hier spricht Mark Bingham.” (Gerhard Wisnewski, Mythos 9/11, S. 135)
Ein anderer Passagier soll seine Mutter angerufen haben. Dabei habe er sich mit Vor- und Nachnamen gemeldet, eine Besonderheit, die die Mutter seiner Aufgeregtheit zugeschrieben habe. (Andreas von Bülow, CIA und der 11. September, S. 124)
Mathias Bröckers findet ein bemerkenswertes Superlativ: Der merkwürdigste all der merkwürdigen Handy-Anrufe aus den Flugzeugen - "Mom, this is Mark Bingham" - sowie die gesamten weiteren Ungereimtheiten des Absturzes aber werden garantiert unberücksichtigt bleiben. (Quelle, 03.04.06)
Der “merkwürdigste Handy-Anruf” war ein Anruf über das Bordtelefon, Sitzreihe 25 (siehe obige Grafik, ‘Koryphäen’ wie Fetzer, führen das Bingham-Telefonat als Beweis an, daß Handygespräche technisch nicht machbar wären). I'm calling on the air phone of the airplane. (Quelle, Video-Ausschnitt)
At approximately 9:36 a.m., passenger Mark Bingham spoke with his mother, Alice Hoglan, via an onboard air phone. (FBI Case Summary, 11.01.2002)
Philosophie-Professor James Fetzer, Mitbegründer der Scholars for 9/11 Truth konstruiert weitere Spekulationen: We have had phony tapes before using voices that were authentic. Mark Bingham, a passenger on Flight 93, is supposed to have called his mother and said, ‘Hi, Mom, this is Mark Bingham!’ His mother confirmed it was his voice, but does anyone seriously believe that Mark Bingham would have used his last name in identifying himself to his mother? (Quelle)
Der Theologie-Professor David Ray Griffin, exponiertes Mitglied der Gruppierung Scholars for 9/11 Truth&Justice vertritt dieselbe Argumentation: They do not have conversations where the people would really know I was talking to my son or my husband or my wife. And we have very good evidence that that’s not the case in the famous case of Mark Bingham, who says, “Hi Mom, this is Mark Bingham.” What person has ever talked to his mother and used his last name? That’s so absurd! (Quelle)
‘Absurd’ erscheint zunächst der Logik-Haken, der sich aus dem Griffinschen Verweis in dem Artikel auf ‘perfected voice morphing’ ergibt. Der ‘Truther’-Logik zufolge wurden die Stimmen der Passagiere perfekt nachgeahmt und trotzdem stellte sich eines der ‘imitierten’ Opfer bei der eigenen Mutter vorsichtshalber mit Namen vor.
Statt Theologie- und Philosophie-Professoren, die das intellektuelle Niveau des ‘Truth Movement’ mitbestimmen, lassen wir besser die einzige lebende Person zu Worte kommen, die an diesem ‘merkwürdigen’ Gespräch beteiligt war - die Mutter von Mark Bingham. Ein Interview des Fernsehsenders KTVU mit Alice und Cathy Hoglan gibt einigen Aufschluß: Cathy Hoglan, aunt of victim: I love you very, very much, in case I don't see you again. Alice Hoglan: He said that? Cathy Hoglan: That the plane has been taken over by hijackers and then I said we love you very much too, Mark. Let me go get your mother. Alice Hoglan, mother of victim: I got on the phone, Mark, and he said hi, mom, this is Mark Bingham. Gave me his last name. And he said, "I want to let you know that I love you and I'm flying," I think he said, "I'm in the air. I'm calling you on the air phone of the airplane." Reporterin: In his seat? Alice Hoglan: “I presume so. He said I want you to know I love you very much and I'm calling you from the plane. We've been taken over, there are three men that say they have a bomb. And I said who are they, Mark? And he said, he repeated that he loved me and he said -- I don't think he said I don't know who they are. He just -- he became distracted there, as if someone was speaking to him. And he said something to the effect of it's true, and then the phone went dead.” (Quelle, Video)
Das TV-Interview deckt sich mit dem FBI-Dokument vom 19.09.2001
Die Nennung des Nachnamens scheint Ms. Hoglan eher zu amüsieren als zu verwundern. In einem späteren Interview (im Rahmen einer Discovery Channel Dokumentation) erklärt Alice Hoglan die ‘Merkwürdigkeit’: Hoglan: I was staying with my brother Vaughan on the morning of September 11th, and, uh, the phone rang. Bingham (reconstruction): Mom... Mom, this is Mark Bingham. Hoglan: Once in a while he would say that. He would call up, and he was, he was a young businessman, and used to, used to introduce himself on phone as Mark Bingham, and he was trying to be, uh, strong, and level-headed, and, and strictly business. "Mom, this is Mark Bingham". (Videoclip)
Alice Hoglan bestätigt, daß ihr eigener Sohn gelegentlich die Marotte der korrekten Namensangabe hatte - sie führt damit die “voice morphing”-Fantasie ad absurdum.
Aber was weiss eine Mutter schon von ihrem eigenen Sohn? An anderer Stelle gibt sie eine weitere Erklärungsmöglichkeit - Gerüchten zufolge soll sich Mark Bingham in einer Extremsituation befunden haben, die am Schreibtisch eines Verschwörungstheoretikers kaum Berücksichtigung findet: I took the phone and I heard my son's voice and he said to me, "Mom, this is Mark Bingham." I knew from that he was trying to maintain composure, but I could tell he was a little rattled because he was giving me his first and last names. (Quelle)
Sogenannte ‘Truth-Seeker’ ignorieren das und werden sich über das letzte Telefonat eines Opfers unverdrossen weiter lustig machen. Der Betreiber eines exponierten deutschsprachigen Blogs bietet hierzu negatives Anschauungsmaterial. Nahezu jede Information dieses Telefonats wird falsch wiedergegeben, Inhalte des Gespräches sogar verleugnet: Dann analysieren wir den Text eines weiteren Gesprächs. Da haben wir Mark Bingham der seine Mutter anruft und ihr folgendes sagt „Hallo Mutter, hier ist dein Sohn Mark Bingham… du erkennst mich doch als deinen Sohn? Drei Männer haben das Flugzeug übernommen und sie sagen sie haben eine Bombe…“ Also bitte, welcher Sohn spricht so mit seiner Mutter? Wenn mein Sohn mich anruft muss er mir doch nicht seinen Vor- und Nachnamen sagen damit ich ihn erkenne. Da reicht schon seine Stimme und ich weiss wer er ist. Ausserdem, wieso benutze er diese letzte Möglichkeit nicht um seiner Mutter zu sagen, dass er sie liebt und er sich verabschiedet. Dass würde jeder andere machen. Statt Emotionen über seinen bevorstehen Tod auszudrücken, werden die Details der Situation mitgeteilt, damit die Nachwelt weiss wie es zugegangen ist. Wie beherrscht und kalt. Dieser Dialog ist offensichtlich getürkt und eine Fälschung, weil völlig unnatürlich. (Quelle, 31.07.2007)
Nochmals Auszüge aus dem Telefonat, die es laut diesem ‘Truthseeker’ nicht gab: He said I want you to know I love you very much [...] And he said, he repeated that he loved me [...]
Die beiden letzten Sätze des Schall&Rauch-Propagandisten können daher abgewandelt lauten: Wie widerwärtig und dumm. Diese ‘Textanalyse’ ist offensichtlich falsch, weil völlig unwissend.
Ausgerechnet am 7. Jahrestag fälscht der Blogbetreiber nochmals den angeblichen Dialog: Die Dialoge waren völlig unnatürlich, wie zum Beispiel dieser, wo jemand der sich für Mark Bingham ausgab, als Sohn seine Mutter seinen Vor- und Nachnamen sagte und dann die Frage stelle „...du erkennst mich doch als deinen Sohn?“ Was für eine Frage, welche Mutter erkennt nicht ihren Sohn alleine schon an der Stimme? Die Gespräche sind völlig unnatürlich und hören sich gestellt an. (Quelle)
Es trifft also zu: Widerwärtig und dumm.
Mark Bingham an Bord?
Am 12.09.2001 veröffentlichte United Airlines per Pressemeldung eine unvollständige Liste mit Namen von Opfern. Mark Bingham wird in dieser Liste aufgeführt. Im Jahr 2006 wurden Passagierlisten publik, nachdem der Teilabschnitt eines Dokumentes bereits im Buch ‘Perfect Soldiers’ (2005 veröffentlicht) zu sehen war (Quelle). Auf der Liste von Flug United Airlines 93 fehlt der Name ‘Mark Bingham.’
Da die Hijacker in diesen Dokumenten aufgeführt sind, und der Opferlisten-Mißbrauch der VT-Meinungsmacher dadurch erneut deutlich wird (Bsp,Bsp,Bsp), wurde der Fokus auf neue Fragen gelenkt, wie z.B. das Fehlen von Mark Bingham auf dieser Liste. Eindeutig lässt sich diese Frage noch nicht beantworten. Die fehlende Listung könnte mit dem Beruf der Mutter zusammenhängen: She [Anm.:Alice Hoglan] has ended her 20-year career as a flight attendant with United Airlines, [....] She retired in June. (Quelle, September 2003)
Mark Bingham flog möglicherweise mit einem sogenannten “buddy pass”, einem Bonusticket für Airline-Angehörige und war daher nicht auf dieser Liste mit ‘regulären’ Ticket-Inhabern. Für diese Vermutung spricht, daß auch auf der Liste des Fluges UA 175 fünf Namen fehlen, die in Verbindung mit United Airlines stehen (Details).
Wer den spekulativen Charakter dieser Antwort bemängelt, sollte über die implizite Alternative nachdenken: Die ‘Verschwörer’ haben eine Liste mit Hijacker-Namen gefälscht und einen Passagier mal eben “vergessen”.
Nachtrag, 03.03.2009
Die Spekulationen zur Abwesenheit des Namens ‘Mark Bingham’ beruht auf dieser Passagierliste:
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