mosaik-banner

Die Identifizierung der Opfer - ein Fall für den Psychiater?

Im April 2002 forderte der Psychiater Dr. Thomas Olmsted eine Namensliste identifizierter Leichen an, die American Airlines 77 zuzurechnen seien. Am 20. Juni 2003 wurde diese Anfrage vom DoD Armed Forces Institute of Pathology beantwortet:
Attached file contains the names of the 58 victims of AA Flight 77 that were identified here at the Armed Forces Institute of Pathology.

Die Information ist eindeutig: Auf der Liste befinden sich die Namen der identifizierten Opfer - 58 Opfer.

Wieviele Opfer waren an Bord von American Airlines 77?

Es waren 59 Opfer -  53 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder (vgl. Boardingliste bzw. komplette Opferliste, die bereits seit spätestens September 2002 publiziert wurde). Neben den 59 Opfern waren fünf Täter an Bord.

Ein einziges Opfer konnte nicht positiv identifiziert werden:
Friday, August 16, 2002
[...] victims whose remains have not been identified:
[...] Dana Falkenberg, a passenger on Flight 77 
(Quelle)

Demnach gab es von der 3jährigen Dana Falkenberg als einzigem Opfer des Fluges AA77 keine Überreste zur positiven Identifizierung. 

An dieser Stelle könnte dieser Sachverhalt als eindeutig geklärt betrachtet werden:
Die von Olmsted angeforderte Liste stimmt exakt mit der Opferliste überein, die nachweislich spätestens seit September 2002 in der Presse publiziert wurde. Nur eine einzige Person erscheint in der publizierten Opferliste und der Boardingliste, nicht jedoch in der Liste der positiv identifizierten Opfer - Dana Falkenberg

Thema beendet?

Fehlanzeige, denn die Rechnung geht aus einem Grund nicht auf: Der Psychiater dilettiert in dem begleitenden Artikel zu dem Dokument in atemberaubender Form.
Dieser Olmsted-Artikel wird bis zum heutigen Tage (Stand 30.11.2008) z.B. von Physics911 - Scientific Panel Investigating Nine-Eleven propagiert (alle folgenden Zitate stammen aus diesem Artikel):

1. A list of names on a piece of paper is not evidence, but an autopsy by a pathologist, is. I undertook by FOIA request, to obtain that autopsy list [...]

Die gespielte Naivität und Doppelzüngigkeit ist bemerkenswert: Dr. Olmsted hat ein Stück Papier zugesandt bekommen - von einem Institut für Pathologie, das dem Verteidigungsministerium unterstellt ist.
Für ‘Truthseeker’ eigentlich eine völlig unglaubwürdige Quelle. Dr. Olmsted möchte dieses Stück Papier jedoch unbedingt als ‘Beweis’ deklarieren, obwohl es auch nur “a list of names on a piece of paper” ist, denn:
In the foregoing, I presented evidence from the Armed Forces Institute of Pathology (AFIP), that there were no Arabs on American Airlines Flight 77.

Die bemerkenswerte Schlussfolgerung des Psychiaters:
In my opinion the monsters who planned this crime made a mistake by not including Arabic names on the original list to make the ruse seem more believable.

Herr Doktor hätte das DoD-Antwortschreiben richtig lesen sollen, bevor er die ‘Monster’ überführt glaubte:
Attached file contains the names of the 58 victims of AA Flight 77 that were identified here at the Armed Forces Institute of Pathology.

Victims, Herr Psychiater, Victims!

Hijacker sind keine Opfer, sondern Täter.

August 16, 2002
[...] Remains of the five hijackers on the flight have been separated from those of the victims.
(Quelle, Hervorhebung von mir)
January 3, 2009
[...] More than seven years later, the effort continues to identify the missing victims - and hijackers. (Quelle, Hervorhebung von mir)

Ob Psychiater mit Doktortitel, Philosophie-Professor, Theologie-Professor, Ex-Bundesforschungsminister oder ‘kritischer’ Journalist - die dekorierten Herrschaften begreifen einfachste Sachverhalte nicht und kaschieren ihr Versagen mit weiteren Peinlichkeiten:

2. They did not explain how they were able to tell “victims” bodies from “hijacker” bodies.

Der Psychiater scheint sämtliche Erklärungen vorsichtshalber ‘übersehen’ zu haben und das Zauberwort ‘DNA’ nicht zu kennen:
AFDIL scientists ensured that data systems and records were available to make DNA identifications, while the oral pathology group created a triage area to conduct positive dental identifications. Contacts were also made with family services personnel in each branch of the military to obtain ante-mortem information and reference material. [...] Every one of the lab's 102 DNA analysts, sample processors, logistics staff and administrative personnel were involved, from collecting, tracking and analyzing DNA samples to preparing DNA reports. (Quelle), 07.12.2001

Families of the airplanes' passengers and crews and those who died within the Pentagon provided DNA samples, typically on toothbrushes or hairbrushes, to aid with identification. The remains that didn't match any of the samples were ruled to be the terrorists, said Chris Kelly, spokesman for the Armed Forces Institute of Pathology, which did the DNA work. The nine sets of remains matched the number of hijackers believed to be on the two planes. (Quelle), 17.08.2002

The remains of the five hijackers have been identified through a process of exclusion, as they did not match DNA samples contributed by family members of all 183 victims who died at the site. (Quelle), 20.11.2001

Genetic profiles of five people from the Pentagon crash scene and four from the scene in Somerset County, Pennsylvania, that did not match any of the passengers' profiles have been handed over to the FBI, said a spokesman for the Armed Forces Institute of Pathology. The FBI has not given the institute any DNA to match up in those crashes, said the spokesman. (Quelle), 27.02.2003

In der folgenden Zusammenfassung wird nochmals klar, wie die Abgrenzung der einzelnen Profile erfolgte:
Attack on American Airlines Flight 77 and the Pentagon
Identification and Pathology
Andrew M. Baker, M.D.
Following approximately 2½ weeks of remains processing and two months of DNA analysis, 183 unique identities were generated from the remains of those killed in the attack on the Pentagon, yielding 178 positive identifications. Some remains for each of the terrorists were recovered, as evidenced by five unique postmortem profiles that did not match any ante mortem material provided by victims’ families. No identifiable remains for five of the victims known to have been killed in the attack were recovered. (PDF-Quelle, Archiv)

Die Ausführungen machen folgendes deutlich:
Es gab insgesamt 189 Tote im Pentagon. Aus den Überresten konnten 183 abgrenzbare Identitäten rekonstruiert werden (die 184.te offensichtlich erst nach dem Zeitpunkt der letztgenannten Publikation). Von fünf Opfern gab es keine Überreste, die zur Identifizierung ausreichten. Diese fünf Opfer waren folgende (Quelle):

Retired Army Colonel Ronald Golinski, a civilian Pentagon worker
Navy ET1 Ronald Henanway
Rhonda Rasmussen, a civilian worker for the Army
Jack T. Lynch, a civilian worker for the Navy
Dana Falkenberg, a passenger on Flight 77

Die 183 Identitäten wurden in einem ersten Schritt neutral als Person 1, Person 2, ... Person 183 deklariert. Aufgrund von DNA-Vergleichsproben mit Familienangehörigen der Opfer konnten 178 Überreste eindeutig zugeordnet werden.
DNA-Profile der sterblichen Überreste, die keiner der Vergleichsproben der Opfer-Familien zuzuordnen waren, wurden als Hijacker-Profile aussortiert. Da sich die fünf Hijacker untereinander abgrenzen lassen - wieder zunächst neutral deklariert als ‘Hijacker1’, ‘Hijacker2’,..., ‘Hijacker 5’ - kann man zunächst von einer quantitativen Identifikation sprechen.
Der entscheidende Unterschied zu den ‘positiven’ Identifikationen liegt  darin, daß zunächst nur eine namenlose “Ausschluss-Identifikation’ vorgenommen werden konnte.
Without reference samples from the hijackers' personal effects or from their immediate families to compare with the recovered DNA, the remains could not be matched to individuals. (Quelle)

Im Rahmen des Moussaoui-Prozess wurden Mitte 2006 ein Indiz veröffentlicht, von dem zuvor in der Öffentlichkeit nichts bekannt war. Es handelt sich um eine Flash-Präsentation, in der die Fundorte der Leichen im Pentagon-Gebäude beschrieben werden (Exhibit Number P200318).
 

body-location

Quelle: vaed.uscourts.gov - P200318 (Flash-Präsentation)

Die Fundorte der Hijacker-Überreste sind hierbei explizit aufgeführt:

132, 1324 - Male 1 (sibling to Male 2)

318, 1066 - Male 2 (sibling to Male 1) - Salem

132A - Male 3 (Hanjour)

325A - Male 4

868 - Male 5 (Moqed)

Drei der fünf Hijacker sind demnach namentlich aufgeführt - also positiv identifiziert. Im Umkehrsschluss liessen sich die beiden fehlenden Namen ergänzen, jedoch geschieht dies in der Präsentation nicht.

Anhand der spärlichen Informationen lässt sich über die Hintergründe der Identifzierungs-Maßnahmen nur spekulieren - wie so oft:
- Zunächst wurden Überreste im Ausschlussverfahren den Hijackern zugeordnet (dies war aufgrund der ‘Überschaubarkeit’ nur an den beiden Tatorten Shanksville & Pentagon möglich).
- Es folgten vereinzelte Vergleichsproben von Aufenthaltsorten der Hijacker, die einerseits eine Hijacker-Zuordnung ermöglichten, andererseits nicht personalisiert werden konnten (Hypothetisches Beispiel: In einem Hotelzimmer, in dem sich die Hijacker zuletzt aufhielten, werden Haare gefunden, deren DNA mit zwei der Vergleichsproben des Tatort übereinstimmt - eindeutig Hijacker, aber welche von den fünf?).

- Für Hani Hanjour, Salem Alhazmi und Majed Moqed konnten Vergleichsproben im Laufe der Zeit (Zeitpunkt unklar) eindeutig zugeordnet werden.

Die Möglichkeit eines definitiven Abgleiches liegt in der Hand der Angehörigen der mutmaßlichen Täter - libanesische und saudi-arabische Staatsangehörige. Von keinem einzigen Familienmitglied ist bekannt, daß Interesse an einer solchen Klärung gezeigt worden wäre:
Among the human remains painstakingly sorted from the Pentagon and Pennsylvania crash sites of Sept. 11 are those of nine of the hijackers.
The FBI has held them for months, and no one seems to know what should be done with them. [....]
With the one-year anniversary approaching, State Department officials say they have received no requests for the remains. The department would be responsible for handling such a request from any government seeking the return of a citizen's body. [...]
Officials have said that all but one of the nine hijackers recovered had connections to Saudi Arabia. The other was Lebanese.
Officials at the Saudi Embassy in Washington did not respond to requests for comment. [....]
“To the best of my knowledge, there haven't been any friends or family members to try to claim the remains of these people,” said Jeff Killeen, spokesman for the FBI field office in Pittsburgh. “They are in the custody of the FBI in Washington. They have not been released.”
(Quelle, 17.08.2002)

Auch sieben Jahre nach den Anschlägen hat sich an der heiklen Situation nichts geändert - eine naheliegende Erklärung hierzu:
Seven years after the terrorist attacks of Sept. 11, the remains of 13 of the 19 men responsible have been identified and are in the custody of the F.B.I. and the New York City medical examiner’s office.
But no one has formally requested the remains in order to bury them.
“Politically, one can understand that this is a hot potato,” said Muneer Fareed, secretary general of the Islamic Society of North America and a former professor of Islamic studies. “People don’t want to identify with the political equivalent of Jeffrey Dahmer.” (Quelle)

Auch die weltweit aktiven ‘Truther’-Organisationen scheinen nicht interessiert, Hijacker-Familienangehörigen bei der Klärung zu unterstützen. Der Millionär Jimmy Walter z.B. steckte stattdessen im Jahr 2004 mehrere Millionen Dollar in eine Werbekampagne namens Reopen911, die widerlegte Argumente neu aufkochen sollte:
No Arab Autopsies or on passenger lists.

Die Legende von den ‘fehlenden’ Arabern auf den angeblichen Passagierlisten ist längst geklärt (siehe Passagierlisten bzw. Listen-Mysterium) und wird ironischerweise nur noch von angeblichen ‘Truthseekern’ verbreitet:

3. No Arabs wound up on the morgue slab; however, three ADDITIONAL people not listed by American Airlines sneaked in. I have seen no explanation for these extras. I did American the opportunity to "revise" their original list, but they have not responded. The new names are: Robert Ploger, Zandra Ploger, and Sandra Teague.

Die Erklärung des Sachverhaltes ist simpel:
Olmsted beruft sich auf die CNN-Listen, die von Anfang an ausdrücklich als unvollständige Opferlisten veröffentlicht wurden (Quelle). Im Laufe der Zeit wurden die Angaben korrigiert und komplettiert, auch die drei genannten Namen waren lange vor diesem Artikel längst publiziert (siehe Opferliste vom September 2002, Archiv-Version).

Die Hilflosigkeit des Psychiaters lässt sich auch an dieser Stelle belegen:
Die CNN-Liste ist korrekt überschrieben: “[...] with 64 people aboard.” (Quelle)

Aufgeführt sind jedoch nur 50 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.

Selbst diese 56 Opfer plus fünf Hijacker ergibt nur 61 Personen.

Spätestens jetzt sollte selbst ein ‘Truthseeker’ mit Doktortitel folgendes begriffen haben:
[....] have released partial lists. (Quelle)

AMERICAN AIRLINES hat in Pressemeldungen vom 12.09.2001 auf die Hintergründe möglicher Diskrepanzen hingewiesen:
The following is a list of passengers whose next-of-kin have been notified. American has honored the requests of those families who have asked that their loved ones’ names not be included. [...]
Additional names will be added as passengers’ relatives are notified.
(Quelle)

Vor diesem Hintergrund ist die folgende Bemerkungen lediglich Ausdruck dafür, warum manche ‘Truthseeker’ zu Recht ignoriert werden:
I did American the opportunity to "revise" their original list, but they have not responded.

Herr Doktor hat “their original list” nie gesehen - sein ‘Angebot’ an AMERICAN AIRLINES ist an entlarvender Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

Die vorliegenden Fakten und Zahlen scheinen für den Psychiater ein unüberwindbares Rätsel dazustellen:
The AFIP suggest these numbers; 189 killed, 125 worked at the Pentagon and 64 were "passengers" on the plane. The AA list only had 56 and the list just obtained has 58.

Olmsted bezieht sich auf folgenden Artikel vom 30. November 2001:
What some experts have called "the most comprehensive forensic investigation in U.S. history" ended Nov. 16 with the identification of 184 of the 189 who died in the terrorist attack on the Pentagon. [...]  Of the 189 killed, 125 worked at the Pentagon and 64 were passengers on American Airlines Flight 77. (Quelle)

Nochmals:
Die Zuordnung der genannten 64 “passengers” lässt sich problemlos erklären, obwohl Olmsted auch an dieser Stelle einen anderen Eindruck erzeugt:
An Bord waren 58 Passagiere  - inkl. fünf Hijacker (siehe Boardingliste) - und sechs Besatzungsmitglieder.
Die fehlende Differenzierung zwischen Passagiere im engeren Sinn und Crew-Mitglieder könnte auf die Mehrdeutigkeit des englischen Begriffes “passenger” zurückzuführen sein, der sowohl ‘Passagier’ als auch ‘Insasse’ oder ‘Reisender’ bedeutet.
Dieser Begriff dient der Abgrenzung zu den 125 Opfern, die sich zum Zeitpunkt des Anschlags im Gebäude befanden und nicht den Flugzeug-Insassen zuzuordnen waren.

Abschliessend glaubt der überforderte Psychiater, einen ‘Beweis’ präsentiert zu haben:
In the foregoing, I presented evidence from the Armed Forces Institute of Pathology (AFIP), that there were no Arabs on American Airlines Flight 77. This doesn't really jibe with the official story, so someone isn't telling the truth.

Nur im letzten Satz hat Olmsted eine treffende Bemerkung gemacht - der komplette Olmsted-Artikel ist ein Musterbeispiel dafür, wie ‘Truth’ produziert wird.
 

Zusammenfassung

- Die ‘Autopsie’-Liste enthält namentlich identifizierte Opfer

- Von fünf Opfern (hiervon ein Opfer von Flug 77) gab es keine auswertbaren Überreste.

- Auswertbare Überreste wurden per Ausschlussverfahren als Hijacker-Profile deklariert, wenn sie keinen Vergleichsproben zuzuordnen waren.

- Opferlisten sind keine Passagierlisten.

- Identifizierungs-Maßnahmen sind zeitaufwendige und kontinuierliche Prozesse, unterliegen also ggf. einem veränderten Erkenntnisstand.

 

Ein Psychiater für die Ewigkeit

Olmsted publizierte seinen Artikel Autopsy: No Arabs on Flight 77 im Juni 2003 (siehe auch rense.com).
Im August 2004 wurde der Artikel übernommen von der Organisation, die hinter dem Machwerk PENTAGON STRIKE steht. Im April 2006 wurde der Olmsted-Artikel von Globalresearch wiederbelebt.
Im Jahr 2008 bildet der Artikel noch immer ein Mosaiksteinchen auf ‘Truther’-Sites wie Veterans for 9/11 Truth bzw. Physics911 unter der Überschrift ‘What did not happen’.
Weitere einschlägige ‘Truther’-Sites führen diesen Artikel unverändert:
911review.org - thewebfairy.com - 911swindle.info - thetruthseeker.co.uk - serendipity.li
Rob Balsamo ist Gründer der Pilots for 9/11 Truth - er propagiert den Olmsted-Artikel im Oktober 2006.
Theologie-Professor David Ray Griffin instrumentalisiert noch im September 2008 den dilettantischen Olmsted-Artikel für seine Zwecke:

The lack of positive identification of the alleged hijackers is consistent with the autopsy report, which was released to Dr. Thomas Olmsted, who had made a FOIA request for it. Like the flight manifest for Flight 77, he revealed, this report also contains no Arab names. (Quelle)

Anhand der detailliert aufgeführten Kritikpunkte dokumentiert MOSAIK911, daß der Olmsted-Artikel unseriös konstruiert wurde. Die Schlußfolgerung nützt jedoch nichts, weil das ‘Truth’-Movement aus unzähligen unkritischen Wiederkäuern besteht - Ist eine Legende erst in die Welt gesetzt, ist sie nicht mehr zu tilgen.

Im März 2008 reproduzierte ein weiterer Wiederkäuer sämtliche ‘Truth’-Legenden - natürlich auch die ‘Autopsie-Liste’:
Olmsted requested and received what was called an 'official flight manifest'. It differs from what pro-government sites are now calling "official manifest images" in that there were not then nor now Arab names on the list. Rather, the list Olmsted received from the government in response to his FOIA request, matches precisely what had been originally reported and is still reported by CNN. Therefore: the original and official flight manifests did not and do not include the name of a single Arab hijacker. (Quelle)

Bezeichnenderweise attackieren solche Protagonisten stets sogenannte “pro-government sites” (gemeint ist in diesem Fall die Debunker-Site 911myths), outen sich aber gleichzeitig als unkritische Wiederkäuer.
Der Autor dieses Artikels irrt nämlich in jedem einzelnen Punkt und demonstriert erneut, wie erfolgreich das ‘Truth Movement’ die Grundlagen für unkritische und überforderte Möchtegern-Kritiker gelegt hat:

1. Olmstedt hat keine “offizielle Passagierliste” angefordert, sondern ein Liste der identifizierten Leichen. Das geht ausdrücklich aus dem DoD-Antwortschreiben hervor.

2. Die “pro-government site” beruft sich beim “official manifest image” u.a. auf ein Beweismittel der Staatsanwaltschaft im Prozess gegen Moussaoui.

3. Die ‘Autopsie-Liste’ ist nachweislich nicht deckungsgleich mit der CNN-Opferliste (siehe oben)

4. In bemerkenswerter Naivität wird wieder suggeriert, daß die Liste vom Armed Forces Institute of Pathology (AFIP) - einer Institution des Verteidigungsministeriums - glaubwürdig sei, weil:
A list of names on a piece of paper is not evidence, but an autopsy by a pathologist is. (Quelle, Quelle)

Die doppelzüngige Beliebigkeit dieser Protagonisten lässt sich schnell erkennen. Man muß sich nur den absehbaren Einwand vor Augen halten, wenn die Hijacker-Namen auf dieser Liste gestanden hätten:
A list of names on a piece of paper is not evidence,

Und schon gar nicht, wenn es von einer Rumsfeld-gesteuerten Behörde stammt.

Klingelts irgendwann?
 

Ein Truthseeker potenziert einen Truthseeker

Abschließend sei an einem kleinen Beispiel dargelegt, wie das Referenz-System in der VT-Szene funktioniert:
Am 15.November 2005 schreibt Greg Szymanski in einem rense-Artikel:

But, to make matters worse, even these numbers have been seriously questioned by an independent medical investigator named Thomas R. Olmsted, M.D., who made a recent Freedom of Information Act (FOIA) request in order to get to the bottom of what he calls a staged and phony government autopsy report in order to cover up for "monsters who planned this crime." [....] Further Dr.Olmsted found through his FOIA request that although the medical examiners positively all of the passengers, they did not identify any of the Arab hijackers onboard, who were also not listed on the original flight manifest. (Quelle, Hervorhebungen von mir)

Die Hervorhebungen in diesem Absatz verdeutlichen, wie ‘Truthseeker’-Publikationen funktionieren:

1. Der “medical investigator” ist Psychiater.

2. “made a recent FOIA”: Der FOIA-Antrag wurde 3,5 Jahre vor diesem Szymanski-Artikel gestellt und knapp 2,5 Jahre vor diesem Szymanski-Artikel von Olmsted veröffentlicht.

3. “Seriously questioned”: Keine einzige ernstzunehmende Frage lässt sich finden. Die Fragen nach den Identifizierungsmethoden, den Zahlendifferenzen und den fehlenden Arabern lassen sich problemlos und schlüssig erklären.
Die Fragen erinnern vielmehr an das Leitmotiv der VT-Szene: Zweifel schüren.

4. “phony autopsy report”: Es gibt keinen Autopsie-Bericht, sondern eine Namensliste identifizierter Opfer. Diese Namensliste entspricht exakt der Opferliste, die spätestens seit September 2002 komplettiert war. Die Unterstellung “phony” (“gefälscht”) fällt somit auch in diesem Kontext auf die Artikel-Autoren zurück.

5. “to get to the bottom”: Der Psychiater dilettiert mittels offensichtlicher Desinformationen und/oder völliger Unkenntnis der Fakten. Nur unter ‘Truthseekern’ kann das gedeutet werden als “auf den Grund gehen” - “untergehen” wäre eine treffendere Bezeichnung.

6. Szymanski wiederholt die nervigste Desinformation umgehend:
[...] who were also not listed on the original flight manifest.

Auch Szymanski hat “the original flight manifest” offensichtlich nie gesehen. Zu seinen Gunsten bleibt nur die Vermutung, daß auch Szymanski nicht begriffen hat, worin sich die unvollständigen CNN-VICTIMS-Listen von einer originalen Passagierliste unterscheiden.
Sollte man diese Begriffsstutzigkeit nicht entschuldigend unterstellen, bleibt nur noch eine Erklärung: Vorsätzliche, fortgesetzte Täuschung.

Wie bezeichnet sich der oft zitierte Szymanski?
Greg Szymanski is an independent investigative journalist. (Quelle)

Wie bezeichnet Szymanski sein Produkt ArcticBeacon?
The last frontier of truth (Quelle)

Es bleibt die Frage, von welcher Seite dieser ‘Grenze’ solche Protagonisten agieren.

 

blackbalken1