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MOSAIK911 listet an dieser Stelle einige Bücher auf, die der Erweiterung des 9/11-Horizontes dienen können.  
Jedes Buch bietet eine eigene Perspektive. Deren Wechselspiel kann dazu beitragen, einige Sachverhalte besser zu verstehen und einzuordnen. 
    


Pulitzer-Preisträger Lawrence Wright rekonstruiert anhand hunderter Interviews und aufwendiger Vor-Ort-Recherchen die miteinander verknüpften Storys vier exponierter Personen:
John O’Neil vom FBI, dem saudischen Geheimdienstchef Turki al-Faisal und den beiden Al Kaida-Leitfiguren OBL und al-Sawahiri.
Der Buchautor dokumentiert anhand dieser Protagonisten eindrücklich, wie vielschichtig sich der 11. September und seine Vorgeschichte darstellt.
Im Anhang findet sich eine fünfseitige Erläuterung zur Problematik der Verwendung und Glaubwürdigkeit von Quellen.
Eine Besprechung findet sich in der FAZ


Clarke bietet als Ex-‘Anti-Terror-Zar’ einen besonderen Insider-Einblick und beschreibt in vernichtender Offenheit die administrativen Katastrophen vor und nach 9/11. Natürlich schildert Clarke ‘seine’ Version der Geschehnisse, aber sie deckt sich in vielen Aspekten mit den Versionen anderer Protagonisten. Die Veröffentlichung dieses Abrechnung mit der Terrorpolitik der Bush-Administration erregte großes öffentliches Aufsehen. Wer an einer echten Insider-Perspektive interessiert ist, sollte dieses Buch kennen.
Eine Besprechung findet sich bei ZEIT Online  

 


Bewegender Erlebnisbericht eines New Yorker Feuerwehrmannes, der sich während des Gebäudekollaps im sechsten Stockwerk des Nordturmes befand. Mehrere Stunden war er mit einigen Kollegen in den Trümmern gefangen.
Das Buch gibt einen interessanter Einblick in die Rettungsmaßnahmen sowie die Konfusion und Hilflosigkeit der Einsatzkräfte angesichts der Dimension der Verwüstung.
Picciotto skizziert in erfrischender Form die Mentalität der New Yorker Firefighter im Spannungsfeld der ewigen Sparmaßnahmen.

 


Der renommierte Enthüllungsjournalist präsentiert eine Anklageschrift gegen das System Rumsfeld-Cheney-Wolfowitz-Bush. Zahllose Insider-Kontakte vermitteln ein desaströses Abbild der Bush-Administration.
Anhand einer Vielzahl konkreter Beispiele dokumentiert Hersh, wie Fehlentscheidungen der Neocons in allen Bereichen nach dem 11.9. verhängnisvolle Folgen hatten und selbst in den eigenen Reihen mit Kopfschütteln kommentiert werden. Das Klima der Zerstrittenheit und Planlosigkeit erscheint atemberaubend.
Die Cheney-Connection versuchte mehrmals, den Buchautor zu diffamieren. Mit seinen fundierten Recherchen sah sich Hersh jedoch stets bestätigt und führte die Politiker mehrmals vor.
Eine Besprechung findet sich bei ZEIT Online


Die verschiedenen Handlungsstränge vor dem 11.9. werden in chronologischer Form beschrieben. Das 2003 veröffentlichte Buch verwendet hierzu im wesentlichen die Ergebnisse der ersten Untersuchungskommission sowie Medienberichte, aber auch eigene Recherchen.
Das Buch eignet sich, einen Eindruck bzw. Überblick von den Pannen, Instrumentalisierungen und Vertuschungsversuchen zu erhalten, die dazu beigetragen haben, daß die Vorwürfe und Spekulationen nicht abreissen.

 


Pulitzer-Preisträger Risen präsentiert einen spannenden Insider-Bericht. Risen beschreibt, wie ein einziger Tag den Wandel aller politischen Prämissen bewirkte. Die Instrumentalisierung der CIA und ihre Degradierung zum Spielball der Politik wird ebenso ausführlich beschrieben wie die rücksichtslose Machtpolitik von Rumsfeld und Co.
Ausführlich wird dokumentiert, wie Hardliner der US-Regierung den 11.9. instrumentalisierten, um Saddam Hussein zu stürzen, während die CIA diametral dazu ihr Augenmerk auf OBL legte.
Das Buch lebt von den Kontakten des renommierten Autors der New York Times. Eine Vielzahl anonymer Insider-Quellen wird herangezogen - sie bieten eine ruinöse Innenansicht.


Ein beeindruckend großformatiger Bildband vom Fotografen, der als einziger unmittelbar nach dem 11.9.2001 auf ‘Ground Zero’ arbeiten durfte.
Die Bilder sind ebenso riesig wie intensiv. Der Bildband enthält zahllose Momentaufnahmen über einen Zeitraum von neun Monaten. 
Einen Eindruck vom Inhalt erhält man hier

 

 


Die Folgepublikation zum Online-Artikel.
Im wesentlichen werden die in diesem Artikel präsentierten Aspekte in gedruckter Form nochmals aufgearbeitet. Das Buch widmet zudem 40 Seiten den Auszügen vom FEMA-WTC-Report und vom ASCE-Pentagon-Report, ebenfalls beide online verfügbar.
Das Buch stellt somit eine Erweiterung der online verfügbaren Informationen dar, die in einigen Details von Interesse sein kann, in ihrer Gesamtheit aber redundant ist.


 


Ein CIA-Veteran berichtet von seinen Erlebnissen an den Brennpunkten dieser Welt, von verdeckten Operationen und Agentenrekrutierungen.
Die anschaulich dokumentierte Innenansicht demonstriert ein weiteres Mal die vielfältigen internen Probleme einer Behörde, die an ihrer ureigensten Aufgabe scheitert - der Nachrichtenbeschaffung und -analyse. Das Buch wirkt wie Biografie und Abrechnung zugleich.
Das Buchmanuskript durchlief das Publication Review Board der CIA, um klassifizierte Informationen zu streichen. Inwieweit die demoralisierende Entmystifizierung auch im Sinne der CIA-Verantwortlichen erfolgt, bleibt spekulativ - der Buchautor fordert immerhin eine massive HUMINT-Aufstockung. 
Eine Besprechung findet sich hier


Der langjährige New York Times-Reporter liefert eine historische Komplettansicht der CIA von den Anfängen nach dem 2. Weltkrieg bis zum Tiefpunkt durch die Rechtfertigung des Irakkrieges 2003.
Das Buch beleuchtet zahlreiche dunkle Seiten und Verflechtungen der Agency. Der Buchautor stellt die vielfältigen Mordkomplotte und verdeckten Operationen in einen fundierten politischen Kontext und ermöglicht dadurch, die Motivation und Hintergründe einiger Aktionen besser zu verstehen.
Insbesondere das Spannungsfeld zwischen Weissem Haus, Pentagon und CIA ist geprägt von Verachtung, Mißtrauen und Kompetenzgerangel. Zahlreiche historische Beispiele relativieren das Bild der allmächtig agierenden Behörde.
Eine Besprechung findet sich hier und als Gegenperspektive hier (da ein fundiertes Buch über die CIA mit über 100 Seiten Quellenhinweise nicht ohne den Verdacht der Desinformation auskommt)


Die Historie des World Trade Centers von den turbulenten und kontroversen Anfängen in den 60er Jahren bis zur umstrittenen Beseitigung der Trümmer. Die beiden Reporter haben zahlreiche Artikel für die New York Times verfasst und ihre umfassenden Kenntnisse in erweiterter Form zu einem interessanten Abriss verdichtet über das imposante Gebäude, über dessen Planer und Gegner sowie die New Yorker Befindlichkeiten in vier Jahrzehnten. 

  

 


Ein lesenswerter Thriller rund um 9/11 bzw. der Zeit danach. Der unter Pseudonym schreibende Autor lässt offen, ob es sich um eine Persiflage auf ‘Verschwörungstheorien’ handelt oder um eine literarisch verpackte Version von LOOSE CHANGE & Co.
Die Story hat einen hohen Wiedererkennungswert und damit hohen Unterhaltungswert für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigt, Das Buch ist fesselnd geschrieben und lässt sich daher in kürzester Zeit konsumieren. Es präsentiert scheinbar logisch konstruiert eine ganz eigene Version der Ereignisse hinter den Ereignissen.
Das Ende erscheint überraschend und lässt einen der vielen kritischen Seitenhiebe erkennen.
Eine Besprechung findet sich im SPIEGEL.


Der legendäre Watergate-Journalist dokumentiert die ersten 100 Tage nach den Anschlägen. Schwerpunkt sind die Sitzungen des Nationalen Sicherheitsrates, auf deren Sitzungsprotokolle der Buchautor zurückgreifen kann. Kombiniert mit ausführlichen Interviews wirkt die Collage wie eine Art wohlwollender ‘Hofberichterstattung’. Das 2002 erschienene Buch dokumentiert aber auch die Kontroversen und Rivalitäten innerhalb des Kriegskabinetts und beschreibt ebenso die komplizierten Entscheidungsprozesse, die mit dem Angriff auf Afghanistan und den Schlägen gegen Al Kaida verbunden waren.
Eine Besprechung findet sich hier


Der ‘Chefenthüller’ der Republik (O-Ton Rowohlt) schildert die Methoden der Hardliner im Weißen Haus und beschreibt das Wirken zentraler Hintermänner sowie die Verflechtungen sog. ‘Think Tanks’ wie dem PNAC.
Im Vorfeld des US-Wahlkampfes 2004 wirbt der Buchautor eindrücklich für einen Neuanfang in der US-Politik, da die Täuschungen und Fälschungen der Bush-Regierung sowohl das amerikanische Rechtssystem als auch die Glaubwürdigkeit der USA schwer beschädigt haben.
Eine Besprechung findet sich hier

 


 

 


 

 

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